Hundeführerschein

Was hielten Sie von der Einführung eines Hundeführerscheins für (jeden) Hundehalter?
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Juliane Lange
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Re: Hundeführerschein

Beitrag von Juliane Lange » Donnerstag 13. Januar 2011, 15:26

Oder vor kurzem: Es ist dunkel draußen und ich denke mir, wird ja kein Hundehalter in der Nähe sein...also gehe ich draußen Gassi und trainieren. Hab meinen Kleinen im "Fuß" und gut riechendes Futter in der Hand. Da ich dummer Weise (wie so oft) ein Basecap trage sehe ich nur 2-3m des Weges und meinen Hund vor mir. Wenn trainiere, nehme ich meine Umwelt ohnehin nur sehr marginal war, weil ich mich völlig auf meinen Hund konzetriere... Plötzlich tauch unter meinem Basecap direkt neben Leos Kopf, ein zweiter knurrender Hundekopf auf. Ich kapiere sofort, dass der es auf das Futter in meiner Hand aus ist. Nun verteidigt der fremde Hund das Futter in meiner Hand gegen meinen Hund. Ich halte Leo hinter mir und versuche aabschirmend zwischen den Hunden zu stehen, da taucht in 200m Entfernung die Besitzerin des Huskies auf, sie sieht meinen "Affentanz" zwischen den Hunden. Sie hält es nicht mal für nötig zu rufen...?!?!
In nem Gespräch mit ihr an nem anderen Tag und in ner anderen Situation (allerdings wieder ihr Hund vorne weg auf Leo zugestürmt),erzählt sie mir dann ganz weise, dass sie ihren Hund ohnehin ab ner Entfernung von 5m Metern nicht mehr zurück rufen kann, das sei bei dieser Rasse schließlich ja auch so... :o

Ich gebe mir wirklich große Mühe meinen Kleinen im Sozialverhalten "sauber" hinzukriegen, aber meine Mitmenschen geben sich ebenfalls größte Mühe, dies zu verhindern.

Es wird wirklich Zeit, dass sich was in Potsdam ändert und wir werden uns demnächst auch dafür stark machen, dass es eine Art Sachkundenachweis oder Hundefühererschein VOR der Anschaffung eines Hundes (egal welcher Größe) gibt. Denn auch artgerechte Hundehaltung ist für viele ein Fremdwort, so hört man gerade von Kleine-Hunde-Besitzern (nicht von dir Antje ;) ): "Der ist ja so klein, der muss nicht hören!" Aber auch ein kleiner Hund kann nen Autounfall verursachen, wenn er auf die Straße rennt (Leine ist ja oftmals ein Fremdwort und deren Gebrauch/Anwendung ist ja auch unbekannt). Und nen Hund nur weil er nicht hört ein Leben an der Leine fristen zu lassen ist in meinen Augen auch Tierquälerei. Es muss doch endlich mal in ALLEN Hundehalterköpfen ankommen, dass man wenigsten ein Grundmaß an Erziehung für den Hund nicht vermeiden kann und viel mehr noch: dass ein Hund das BRAUCHT und er eigentlich genau dafür über Jahrtausende gezüchtet wurde. Um für uns einige Aufgaben zu erfüllen und statt dessen ist es nun Trend nen "verdummten" Nebenherlatscher als Kinder-/Partnerersatz zu haben... Arme Viecher... :(

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Re: Hundeführerschein

Beitrag von Antje » Donnerstag 13. Januar 2011, 16:22

;) :D ;) Ich weiß. Ich kenne auch Stanleys Herrchen aus dem Erwachsenen Kurs. Ich habe mich ja nicht wirklich persönlich damit angegriffen gefühlt. Naja...vielleicht ein ganz ganz wenig. ;) Aber wir wissen ja woher es bei meiner Kleinen kommt, wenn sie halt im ersten Moment nicht unbedingt einen anderen Hund ( egal ob groß oder klein ) zum kntuschen hat.
Ich finde es manchmal einfach nur schade, dass zwischen den Größen der Hunde differenziert wird. Ich fand damals ( wie auch jetzt ) die Einstellung der Hundehalter mit kleinen Hunden in manchen Situationen auch völlig unangemessen. Ein kleiner Hund hat nicht das Recht einen großen Hund z.B. zu zwicken. Wenn der Große dann zuschnappt, wäre wieder ein schlechtes Argument über einen Großen gekommen. Und genauso umgedreht finde ich es auch. Wenn die Großen, wie in Jules Bsp. beschrieben, ohne jeglichen Abruf vom Halter auf Hunde ( egal ob klein oder groß ) zukommen. Diese Leck-Mich-am-Arsch Einstellung ist leider in vielen Halterköpfen verankert, so dass man manchmal das Gefühl hat, gegen den Rest der Welt ankämpfen zu müssen. Es ist ein Ärgerniss!
Ich lege jetzt sogar mal eins drauf. Es sollte eine Erlaubnisbescheinigung zum Hundeführen ( Hundeführerschein) geben!
Des Weiteren finde ich, sollte man mit seinem Tier meinetwegen in jährlichen Abstand zum Prüfer gehen, welcher z.B. die Gesundheit des Tieres ( so könnte man vielleicht die Anzahl der übergewichtigen Hunde eindämmen ), den Grundgehorsam und die Einstellung des Hundeführers (nochmals) prüfen! Na ihr wisst schon wie ich es meine.

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Re: Hundeführerschein

Beitrag von Juliane Lange » Donnerstag 13. Januar 2011, 18:26

Schöner Traum, aber leider nicht realisierbar...

Wär ja schon ein Anfang, wenn diese blöder Vermenschlichungskacke aufhören würde und man den Hund wieder als das sehen würde, was er ist: der beste Freund des Menschen und dennoch ein domestiziertes RAUBtier, das weder unsere Sprache spricht, noch Gedanken lesen kann!

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Re: Hundeführerschein

Beitrag von Dirk » Donnerstag 13. Januar 2011, 20:58

Moin moin,
also im großen und ganzen stimme ich euch ja zu.
Das ein Hund egal welcher Rasse auch mal schnell zu einer "Waffe" bzw. zur Gefahr für andere werden kann, dürfte (oder sollte) jedem klar sein. Das wird ein Auto in den falschen Händen aber auch und das obwohl der Fahrer einen Führerschein hat. :shock:
Ich habe noch keine wirkliche Idee, wie man dieses Problem lösen kann, aber mit Vorschriften oä. wahrscheinlich eher nicht.
Und was kommt dann als nächstes: der Elternführerschein? hhhmmmm obwohl... ein Schelm der böses dabei denkt. :lol: ;)

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Re: Hundeführerschein

Beitrag von Stanley » Donnerstag 13. Januar 2011, 23:25

@ Antje

ich wollte dich & oder deinen hund mit meinem begriff "wadenbeißer" nicht angreifen oder beleidigen
und natürlich schere ich nicht alle halter von kleinen o. grossen hunden über einen kamm.
es ist nur oft so das viele halter von kleinen hunden meinen sie (ihr hund) hätte sonderrechte,
zumindest kommt es mir so vor.
die leine (flexi) ist oft nur etikette, man muss ja eine dran haben ;)
ziehen tun die daran nur wenn die rolle leer ist und der hund nicht weiter läuft. :roll:

die halter die wissen was sie machen & die ihren hund im griff haben,
zu denen du zweifellos zählst,
dürfen sich da natürlich rausnehmen und sollten sich nicht angesprochen fühlen.

mit dem beispiel dobermann sollte nochmal deutlich werden das durchaus & natürlich auch halter grosser hunde
schwierigkeiten haben ihren hund relativ anständig zu führen.

ich bin nach diesen, wie Juliane sagt, Omi-Klischee-erlebnissen leider nicht mehr ganz unbefangen
und habe mich deshalb so ausgedrückt.
allerdings braucht man, wenn man auf andere hundehalter trifft, ja in der regel nur wenige sekunden um zu bemerken ob der gegenüber
weiss was er da macht und seinen hund wenigstens etwas im griff hat.
ich denke du weisst was ich meine und kennst das.
und die mit den kleinen wadenbeissern dürfen zuerst und zweimal
das ist natürlich auch nicht ganz so ernst zu nehmen
& mach dir keine sorgen,
sollte der "hundeführerschein" mal gesetzesbeschluss werden,
dann werden den mit sicherheit die "kleineren" hunde nicht zweimal machen müssen.
dafgegen wirst dann nicht nur du auf die barrikaden gehn und das zu recht.
also auch das von mir nur eine dramatisierung.

tut mir leid, ich war halt etwas in rage :oops:
Die Treue eines Hundes ist ein kostbares Geschenk, das nicht minder bindende moralische Verpflichtungen auferlegt als die Freundschaft eines Menschen.
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Re: Hundeführerschein

Beitrag von Antje » Freitag 14. Januar 2011, 09:39

Brauch Dir nicht leid tun. ;) Ich war auch nicht gerade in bester Laune, als ich dies gelesen habe. :oops: Wie gesagt, dadurch das ich es wie gesagt kenne, mit großen Hunden und die Probleme mit kleinen, weiß ich ganz genau was du fühlst in den Momenten, wie die Halter der Kleinen denken, dass sie die Sonderrechte in der Hundehaltergesellschaft haben. Ich rege mich auch ab uns zu tierisch auf über diese Halter mit den kleinen. Nur mal ne Runde um den Block rollen ( da ja die meisten kleinen einfach nur fett sind ) zum Pullern+Kacken. Aber ich sehe es halt auch bei großen Hunden.
Man kann leider auch nicht davon ausgehen, dass wenn der Hund an der Leine ist, alles gut gehen wird. Damals als ich mit meinen großen unterwegs war, kam es zu einer Situation, welches das Leben meines Boxers fast ausgelöscht hätte. Uns kam ein Halter mit einem Steff entgegen und es war so, dass dieser von hinten meinem Boxer in das Poloch gebissen hatte. Theoretisch wie das Bsp. bei Jule. Obwohl Leine dran, hat man anscheinend keine Ahnung wie man diese benutzt.Was ja eigentlich so simpel ist. :evil:
Aber wie gesagt. Ich bin ganz Eurer Meinung und muss dennoch sagen, dass dieser Hundeführerschein, nur so lange Kraft hat, bis der jenige Halter einen Hund hat. Es müssen einfach mehr Überprüfungen danach stattfinden, um das Tierschutzgesetz bzw. das Wohl des Tieres zu sichern. Wie wäre es denn mit einer Zwangsauflage eine kompetente Hundeschule für wenigstens zwei Jahre zu besuchen. ;) Nicht nur zum Welpenkurs. Sondern einfach bis der Hund das Erwachsenenstadium erreicht hat und darüber hinaus.Aber es stimmt. Es sollte wenigstens einen Anfang geben. Und dies würde an sich auch der Hundeführerschein erstmal machen.

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Re: Hundeführerschein

Beitrag von Stanley » Freitag 14. Januar 2011, 10:36

deine idee ist grossartig.
eine kompetente Hundeschule
da ist das problem...........
den IHK-geprüften Beruf des Hundewachwirt`s gibt es erst seit januar 2010.
alles was sich vorher mal entschieden hat hundetrainer zu sein
muss davon nicht zwangsläufig ahnung haben.
wer n grundstück hatte konnte sich seine dorfdackel zur spielstunde einladen,
nebenbei n bissl "training" machen, n paar monatsbeiträge einsammeln, dafür buch führen damit`s finanzamt nicht heult
& ruck zuck, nach ein / zwei jahren is das fast n selbstläufer.
keiner fragte da "wer trainiert denn die hunde?"
diesen "trainern" wird man heute keine prüfung mehr auferlegen............. das ist das problem.
(ich hab mich damit befasst weil es mein traum ist hunde zu trainieren und den haltern etwas licht ins dunkle zu bringen.
zu meinem leidwesen kostet dieser hundefachwirt ne ganze stange kohle, aber ich bin am sparen & irgendwann bin ich so weit...... TSCHACKA)

ich war vorher in einer hundeschule in der mir die "trainerin" nicht begreiflich machen konnte
warum man z.b. diese situationen so trainiert & o. auch auf eine andere art und weise.
es lag aber nicht daran das sie schlecht im erklären war,
sondern daran das sie es einfach nicht ganz genau wusste.
sie kam immer dann in schwierigkeiten wenn man noch ne frage hinterher stellte,
a`la "aber was ist wen es so oder so ist?"
"......... ääähm eeeeeehhhh,
ja guck mal hier bei meinem hund.......... die macht das so
und so muss das deiner auch machen."
ja nee is klar,
stanley, haste hingeguckt?
so musste dit machen......

was ich sagen will,
es gibt zu viele schwarze schaafe unter den hundeschulen.
die entscheidung wer da kompetent ist & wer nicht muss erstmal getroffen werden.
bedeutet es müssten hundeschulen geprüft werden,
ne liste rausgegeben werden.... da ja, da nein.........
der dhv hätte definitiv nen prüferengpass und und und........
ich wünschte es wäre so einfach
denn die notwendigkeit dafür besteht auf jedenfall.

es ist ein wunder das so "wenig" passiert bei den ganzen kaputten die nen hund haben "dürfen"
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Re: Hundeführerschein

Beitrag von Stanley » Freitag 14. Januar 2011, 10:38

den IHK-geprüften Beruf des Hundewachwirt`s gibt es erst seit januar 2010.
entschuldigung, seit januar 2009 gibt es diese berufsbezeichnung
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Re: Hundeführerschein

Beitrag von Juliane Lange » Freitag 14. Januar 2011, 13:10

Hui, mit dem BHV triffste nen wunden Punkt bei mir... Aber um dir zu erklären, warum und wieso, muss ich mir heute Abend/Nacht mal Zeit nehmen. Das wird dann ausführlicher (oder ich machs in Stichpunkten).

Bin absolut überzeugtes NICHT-BHV-Mitglied!!!!

Aber ich gebe dir Recht: Um Hundetrainer zu werden braucht man nur nen Gewerbeschein und eventuell ein Grundstück.

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Re: Hundeführerschein

Beitrag von Stanley » Freitag 14. Januar 2011, 13:19

huha, na da bin ich gespannt ;)
ich hoffe wir sind der gleichen meinung,
über den fuss fahren wollte ich dir jetzt nämlich nicht . :?
Die Treue eines Hundes ist ein kostbares Geschenk, das nicht minder bindende moralische Verpflichtungen auferlegt als die Freundschaft eines Menschen.
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